Ismene, Schwester von

Monolog von Lot Vekemans

Ich wäre gern ein Held gewesen

Dreitausend Jahre lang hat sie geschwiegen. Jetzt erhebt Ismene, die unbekannte Tochter von König Ödipus und Schwester von Antigone erstmalig das Wort. Getrieben ist sie dabei von ihrem schlechten Gewissen: Hätte sie sich doch in die schicksalshafte Geschichte ihrer Familie einmischen sollen?

In einem fesselnden Monolog spricht sie an gegen das Grauen, die Sinnlosigkeit der Gewalt und das Vergessen: Ödipus, der seinen eigenen Vater ermordete, die Mutter, die sich vor Scham erhängte, schließlich die Schwester, die den Bruder gegen das Verbot des zum Herrscher gekrönten Onkels begraben wollte und das mit dem Tod bezahlte.

„Nein, eine harmonische Familie waren wir nicht“, stellt Ismene lapidar fest. Diese Tatsache aber erfüllt sie, die selbst nicht durch heldenhafte Taten bekannt geworden ist, wie ihre Schwester, mehr und mehr mit Zorn. Denn gibt es nicht auch ein Recht auf ein ‚ganz normales’ Leben? Müssen wir uns einmischen, unser Leben riskieren?

Mit „Schwester von“ (2005) zeigt die Theater und Orchester GmbH nach „Judas“ den zweiten Monolog der niederländischen Dramatikerin Lot Vekemans.

Trailer: Eric Wegner

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