Benefizkonzert Polizeipräsideum Neubrandenburg

Werke von u.a. von Brahms, Chausson, Ravel

Musikalische Streifzüge vom Balkan bis nach Andalusien

AUFGEPASST (IV)

Werke von Johannes Brahms, Ernest Chausson, Maurice Ravel, Manuel de Falla u. a.

Neubrandenburger Philharmonie

Solist: Mikhail Pochekin, Violine
Dirigent: Nathan Brock, Bewerber für die Position des Chefdirigenten

Die Leitung des diesjährigen Benefizkonzertes des Polizeipräsidiums Neubrandenburg wurde einem der Bewerber um die Chefdirigentenstelle anvertraut: Nathan Brock, derzeit Kapellmeister an der Hamburgischen Staatsoper, hat für sein Debüt bei der Neubrandenburger Philharmonie ein sehr abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das musikalisch quer durch Europa führt. Der Dirigent selbst stammt aus Kanada. Studiert hat er u. a. an der Hochschule der Künste in Zürich bei Johannes Schlaefli. Nathan Brock war Stipendiat der Aspen Conducting Academy, wo er wichtige Anregungen von David Zinman erhielt, und besuchte Meisterkurse bei Jorma Panula, Bernard Haitink, Gennady Rozhdestvensky u. a.

Unter seiner Stabführung erklingen einige der so beliebten Ungarischen Tänze von Johannes Brahms sowie Volkstänze aus Rumänien, die Béla Bartók während seiner Reisen durch Transsilvanien gesammelt und bearbeitet hat. Der preisgekrönte russische Geiger Mikhail Pochekin übernimmt in Maurice Ravels 1924 entstandenen Rhapsodie „Tzigane“ den virtuosen Solopart. Bestimmte Tonskalen verleihen dem Stück romantisches Zigeunerkolorit, das jedoch nichts mit der Musik der Sinti und Roma gemein hat. Mit Ernest Chaussons „Poème“ (1896) schließt sich ein weiteres Bravourstück für Violine und Orchester an. Ursprünglich als Sinfonische Dichtung nach einem Stoff von Iwan Turgenjew geplant, entwickelte sich die Komposition letztlich zu einem konzertanten Charakterstück „in sehr freier Form mit zahlreichen Passagen, wo die Geige allein [spielt]“, erklärte Chausson.

Märchen von Charles Perrault und Marie-Catherine d’Aulnoy inspirierten Maurice Ravel zu seiner stimmungsvollen Suite „Ma Mère l’Oye“ (frei: „Mutter Gans“). Dem Hörer begegnen u. a. Dornröschen und der kleine Däumling sowie die Kaiserin der Pagoden, Laideronnette. Das Finale gehört Ravels spanischem Komponistenkollegen Manuel de Falla. Der gebürtige Andalusier war ein Kenner der iberischen Folklore und Kunstmusik, was sich auch in seinem Schaffen widerspiegelt. Sein 1919 in London uraufgeführtes Ballett „El sombrero de tres picos“ („Der Dreispitz“) handelt von Liebe, Eifersucht und Rivalität. Besonders berühmt geworden ist daraus der Tanz der Müllerin, eine wild gestampfte Farruca (Flamenco-Tanz). Die mitreißende Suite Nr. 2 aus dem Bühnenwerk beschließt den Konzertabend.