Antigone

Drama von Jean Anouilh

ANTIKE-PROJEKT – Wieviel Ungehorsam verträgt der Staat?

Kreon ist der neue Herrscher von Theben. Den Volksfeind Polyneikes, der gegen die Stadt gekämpft hatte, will er vor den Toren der Stadt verrotten lassen. Antigone, seine Schwester beruft sich auf das Gebot der Götter und will ihn trotz Kreons Verbot begraben – soweit die antike Vorlage der sophokleischen Tragödie.
Denn in Anouilhs modernem Drama ist von Göttern keine Rede: Antigones ziviler Ungehorsam ist vielmehr Rebellion gegen das „bescheidene Alltagsglück“ und den Staat, den Kreon vertritt. Der ist zum knallharten Politiker avanciert. Selbstverständlich geht er über Leichen, um sein Volk zu lenken. Andererseits würde er Antigone gerne retten, denn immerhin ist die mit seinem Sohn verlobt…

Seit Jean Anouilhs „Antigone“ 1944 im Pariser Théâtre de l’Atelier uraufgeführt wurde, stand das Stück über 30 Jahre lang sehr erfolgreich auf den Spielplänen der Welt. Vor allem in Frankreich und Deutschland wurden Anouilhs Stücke für ihren subtilen und zugleich humorvollen Existentialismus gefeiert. In der aktuellen Spielzeit hat auch die TOG seine „Antigone“ wiederentdeckt.

Trailer: Eric Wegner


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